Vögel von Wajdi Mouawad ist die deutschsprachige Erstaufführung des Familienepos des frankokanadischen Autors libanesischer Herkunft. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts und erzählt von der Suche nach Identität in einer fragmentierten Welt. Welche Bedeutung haben Heimat und Herkunft, Kultur und Religion in einer multikulturellen Gesellschaft? Gespielt wird in deutscher, hebräischer, arabischer und englischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Für das internationale Ensemble konnten prominente Gäste aus Israel gewonnen werden. Zwei der Hauptrollen übernehmen neue Ensemblemitglieder, beide mehrfache internationale Theater- und Filmpreisträger.
Die erste Arbeit des britischen Regie-Shootingstars Robert Icke im deutschsprachigen Raum ist eine Neubearbeitung von Aischylos' Tragödientrilogie. Icke zeichnet Menschen, die gezwungen sind, sich zwischen ihrer Liebe für die Familie und der Verantwortung für ihr Land zu entscheiden. Im Setting einer Gerichtsverhandlung werden die Protagonist*innen zu dem Geschehen befragt und müssen sich zu ihren Taten verhalten. Ohne die Figuren zu verurteilen oder sich auf eine Seite zu schlagen, zeigt Icke ihren brutalen Kampf zwischen der eigenen Moral und dem, was scheinbar alternativlos ist.
Die Uraufführung Die Abweichungen des österreichischen Autors Clemens J. Setz rundet das erste Wochenende ab. In seinem neuesten Stück stürzt er seine bürgerlichen Figuren durch die irritierenden Kunstwerke einer Reinigungskraft, so genannte Outsider Art, in existentielle Krisen. Die Abweichungen ist ein vielschichtiges, fein skurriles Stück über unser gesellschaftliches Verhältnis von Kunst, Öffentlichkeit und Privatem und stellt die große Frage nach dem Zusammenhang von Fakt und Fiktion: Gibt es eine Art tiefere Wahrheit, die jenseits der Realität – durch Kunst – zu finden ist?


