Die Annäherung an das Stück, an die Figuren und die Sprache, ist ein Prozess, der sich vor den Augen des Publikums vollzieht. Im Zentrum steht der Dialog, die radikale Auseinandersetzung, aus der Iphigenie ihr Gegenüber nicht entlässt. In der Konfrontation formuliert sie ihren Anspruch auf Selbstbestimmung und Akzeptanz – ein Anspruch, der das männliche Selbstverständnis in Frage stellt und ein Umdenken einfordert.
Die Inszenierung entstand unter – für das Stadttheater – ungewöhnlichen Produktionsbedingungen: als Arbeit im Kollektiv. Die Schauspieler Edgar Selge und Franziska Walser, die Bühnen- und Kostümbildner Peter Baur und Falko Herold sowie die Dramaturgin Sibylle Dudek stellten sich gemeinsam der Aufgabe, den Abend als Gruppenarbeit und nicht in der Regie eines einzelnen zu realisieren. Die Inhalte des Stücks spiegeln sich im Probenprozess wider: die unbedingte Suche nach Auseinandersetzung und Dialog – mit allen Herausforderungen, die damit verbunden sind.

