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Der findling

Uraufführung/Premiere am 20. Dezember 2015
Der römische Geschäftsmann Piachi rettet einen Waisenjungen vor der Pest – um den Preis des Lebens seines eigenen Kindes. Nachdem er ihn an Sohnes statt aufgezogen hat, muss er feststellen, dass er sich einen Todfeind ins Haus geholt hat.

Wie die Seuche, vor der er bewahrt wurde, infiziert Nicolo alles um sich her. Gewandt zwar im Geschäftlichen, ist er lüstern, unehrlich, durchtrieben, bigott. Bis zur versuchten Vergewaltigung von Piachis junger Frau Elvire reicht die Liste seiner Untaten. Es ist, als führte allein seine Anwesenheit zur Auflösung natürlicher Bindungen. Aber ist er von Grund auf und ursprünglich böse, oder hat ihn erst ein Umfeld, das ihn immer nur als Stellvertreter hat sehen können – des toten Sohnes für Piachi, eines verlorenen Liebhabers für Elvire –, dazu gemacht?

Kleists wohl letzte Erzählung, entstanden nicht lange vor seinem Tod am Wannsee, ist ein von romantischen Motiven wie Doppelgänger, Spiegelungen und Verwechslungen durchzogenes Anti-Idyll, das sich gegen alle bürgerlich-aufklärerischen Ideale von Erziehung und Familie stellt, mit düsterer emotionaler Wucht die kleinste gesellschaftliche Einheit von innen heraus sprengt. Regisseurin Felicitas Braun übersetzt sie in ebenso phantasievolle wie doppelbödige Bilder und hochemotionale Szenen.

Mitwirkende

Sonja Böhm(Kostümbild)
Katharina Gerschler(Dramaturgie)
Janina Schauer(Schauspieler/in)
Stayce Camparo(Schauspieler/in)
Christian Erdt(Schauspieler/in)
Ulrich Rechenbach(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Sonntag, 20. Dezember 2015 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 23. Dezember 2015
Sonntag, 10. Januar 2016

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