Sie selbst geht die Ehe voller Neugier auf das echte Leben ein. Aber genau das findet in ihrer neuen Heimat so gut wie nicht statt. Der Ort Kessin, in dem Innstetten lebt, ist provinziell und er selbst fast ausschließlich mit seiner Karriere beschäftigt. Effi langweilt sich und vereinsamt. Nur die Begegnung mit Major Crampas verheißt ein wenig Abenteuer und Freiheit. Mit ihm verbindet Effi bald mehr als eine Seelenverwandtschaft. Erst Jahre später erfährt Innstetten von der romantischen Beziehung – und zieht pflichtschuldigst seine Konsequenzen.
Theodor Fontanes Roman zeigt eine in Konventionen erstarrte Gesellschaft. Spürbar ist, dass Veränderung nottut. Veränderung der Werte, der Lebensprinzipien. Aber der Weg dorthin ist noch verstellt. Effis Geschichte berührt grundlegende Fragen: die nach Glück und Moral, nach Entscheidungsfreiheit und Erwartungsdruck. So historisch-literarisch sich der Titel anhört: Immer neue Verfilmungen und Theateradaptionen zeugen davon, dass ihre Geschichte bis heute bewegt.
In einer schnellen und auf die Kernfragen konzentrierten Bühnenfassung von Hilke Bultmann feiert der Stoff seine Premiere. Regie führt Achim Lenz, seit der Spielzeit 2016/17 Intendant der Gandersheimer Domfestspiele.
Bühnenfassung von Hilke Bultmann
Inszenierung Achim Lenz
Bühnen- und Kostümbild Sandra Becker

