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Maxim Gorki Theater

in Maxim Gorki Theater
Uraufführung/Premiere am 03. Februar 2021
Im Februar präsentiert das Maxim Gorki Theater eine Reihe von Veranstaltungen, die sich mit Themen wie Rassismus, Diskriminierung und der Stimme von exilierten Künstler*innen auseinandersetzen. Höhepunkte sind die Buchvorstellung von Emilia Roig sowie Gespräche mit Nobelpreisträgerinnen und ein Panel über die Erfahrungen von Künstler*innen im Exil.
© Esra Rotthoff

Am 13. Februar stellt Emilia Roig, Direktorin des Center for Intersectional Justice, im Gespräch mit Alice Hasters erstmals ihr Buch Why we matter vor. Die Neuerscheinung zeigt auf, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet.

In einer Spezialausgabe der Berliner Korrespondenzen, die seit 2016 am Maxim Gorki Theater stattfinden, werden unter dem Titel Rewriting the Future gleich zwei Nobelpreisträgerinnen zu Gast sein: Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch. Das Gespräch der beiden Schriftstellerinnen, moderiert von Jens Bisky, wird im Livestream zu sehen sein. Die Berliner Korrespondenzen sind der Auftakt zum mehrtägigen Festival Re:Writing the Future, das von der Allianz Kulturstiftung in Kooperation mit dem Maxim Gorki Theater und dem DAAD-Künstlerprogramm organisiert und von der Berliner Senatsverwaltung gefördert wird. Es vernetzt exilierte Künstler*innen aus aller Welt, das International Cities of Refuge Network (ICORN) und Berliner Kulturinstitutionen miteinander.

Auch im Rahmen des Festivals Re:Writing the Future findet die Eröffnung des Gorki-Projekts stronger still mit Ausstellungen, Installationen und Gesprächen statt. Als Startpunkt diskutieren Zehra Doğan, die jüngst vom Magazin ArtReview unter die 100 wichtigsten Künstler*innen gewählt worden ist, Aslı Erdoğan, eine der bekanntesten Schriftsteller*innen der Türkei, und der renommierte Journalist Can Dündar – allesamt Künstler*innen im Exil – über undoing prison. Das Panel gibt einen Vorgeschmack auf die umfangreiche Einzelausstellung prison no. 5 mit Werken von Zehra Doğan, die Installationen silivri. prison of thoughts und museum of small things, die Can Dündar ausgehend von seinen Erfahrungen im Hochsicherheitstrakt von Silivri kuratiert hat, sowie die Ausstellung witness von Timur Çelik u.a. mit Porträts von in der Türkei inhaftierten Intellektuellen.

Der Ausstellungskomplex stronger still wird präsentiert in der Reihe Berliner Herbstsalon 2021. Er wird für Publikum eröffnet werden, sobald es das pandemische Geschehen zulässt. Die Ausstellungen werden bis zum Ende der Spielzeit im Gorki KIOSK, dem STUDIO Я und weiteren Räumen zu sehen sein.

Außerdem können Sie wie gewohnt immer mittwochs und freitags unsere neuen Produktionen im GORKI STREAM sehen: HAMLET, DIE HAMLETMASCHINE, UND SICHER IST MIT MIR DIE WELT VERSCHWUNDEN sowie FUTURELAND. Im Rahmen des Festivals Re:Writing the Future streamen wir außerdem an zusätzlichen Terminen zwei Produktionen des Exil Ensembles.

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VERANSTALTUNGEN

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für »normal« halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte.

Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch begegnen sich in Berlin auf der Bühne: Swetlana Alexijewitsch und Herta Müller haben Diktatur, Verfolgung und Ungerechtigkeit erlebt und daraus außergewöhnliche Literatur geformt. Beide suchen in ihrem Schaffen unablässig Wege, den Erfahrungen der zu selten Gehörten oder der zu oft Vergessenen eine Stimme zu verleihen. Im Festival Re:Writing the Future sprechen sie darüber, wie Geschichte neu geschrieben werden kann und wie aus einer Praxis des Widerstands eine Sprache der Hoffnung wird. Für alle Zuschauer*innen, die nicht live dabei sein können, werden online Aufzeichnungen bereitgestellt.

Viele Texte bringen ihre Autor*innen ins Gefängnis oder werden während oder nach einem Haftaufenthalt verfasst: Fjodor Dostojewski schrieb im Gefängnis Prosa, Rosa Luxemburg Aufsätze und Briefe, Nâzım Hikmet übersetzte Tolstois Krieg und Frieden und schrieb Gedichte. Die Erfahrung als Denker*innen in einem autoitären System besonders unter Druck zu stehen, verbindet die Bildende Künstlerin und Journalistin Zehra Doğan, die Schriftstellerin, Physikerin und Journalistin Aslı Erdoğan und den renommierten Journalisten Can Dündar. Sie teilen das Schicksal, wegen ihrer Arbeit in der Türkei als »Staatsfeinde« angeklagt, im Exil zu leben. Was bedeutet es für eine Gesellschaft und was für die Arbeit der Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Journalist*innen, wenn man für Gedanken verurteilt werden kann? Darüber diskutieren die Panelist*innen mit der Soziologin Nil Mutluer, die selbst im Exil lebt und als Wissenschaftlerin zu Migration und Diaspora forscht.

undoing prison wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Hauptstadtkulturfonds.

Das Kernprogramm des Festivals Re:Writing the Future wird organisiert von der Allianz Kulturstiftung, in Kooperation mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD und dem Maxim Gorki Theater Berlin, in Partnerschaft mit ICORN – International Cities of Refuge Network und gefördert vom Senat für Kultur und Europa der Stadt Berlin.

Mitwirkende

Emilia Roig(Autor/in)
Alice Hasters(Sonstiges)
Herta Müller(Autor/in)
Jens Bisky(Sonstiges)
Zehra Doğan(Sonstiges)
Can Dündar(Sonstiges)
Aslı Erdoğan(Autor/in)
Nil Mutluer(Sonstiges)
Lola Arias(Autor/in)

Spielzeiten

Mittwoch, 03. Februar 2021
Freitag, 05. Februar 2021

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