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Nur wer die Sehnsucht kennt: Tschaikowski-Lieder

in TT-Theater Spielstätte
Uraufführung/Premiere am 26. März 2021
Tschaikowskis Liedkompositionen verbinden sich zu einem intimen Theaterabend, der fünf Figuren und deren widersprüchliche Emotionen zeigt. Unterdrückte Liebesgefühle stehen der Suche nach rauschhaften Momenten gegenüber, während die Trauer um zerbrochene Beziehungen zu Rückzug und Einsamkeit führt.
© Monika Rittershaus

Ursprünglich war das Melodramma Fedora von Umberto Giordano als Frankfurter Erstaufführung in Form einer Übernahme von der Königlichen Oper Stockholm geplant. Doch wie bei so vielen Projekten zurzeit vereitelte Corona auch dieses Vorhaben. So entstand die Idee, im Bühnenbild der in Russland spielenden Fedora einen „Corona-gerechten“ szenischen Abend mit Romanzen, Klavier- und Kammermusik von Peter I. Tschaikowski ins Programm zu nehmen. Diese digitale Premiere wird ermöglicht durch die deutsche Produktionsfirma Unitel und den deutsch-französischen TV-Kultursender ARTE.

Tschaikowski erreichte mit seinen über 100 meist als „Romanzen“ bezeichneten Liedern eine stilistische Vielfalt wie kaum ein anderer russischer Komponist. Mit Vorliebe wählte er dabei Texte von Dichtern, die leicht zu verbalisierende Sujets vermieden. Die entstandene Leerstelle, das Ungesagte und Unsagbare, drückte er in seiner Musik aus. Diese unmittelbar erfahrbare Ebene machte die Lieder bereits zu seinen Lebzeiten populär. Während Tschaikowskis Romanzen in Russland bis heute fest im Repertoire verankert sind, standen sie im Westen lange im Schatten seiner Opern, Sinfonien und Ballette.

In der Regie des für zahlreiche Frankfurter Erfolge verantwortlichen Christof Loy singen fast ausschließlich die ursprünglich für Fedora engagierten Sänger:innen. Die russische Sopranistin Olesya Golovneva gastiert regelmäßig in Frankfurt. Kürzlich verkörperte sie eine Partie am Teatro Real in Madrid in einer Neuproduktion von Christof Loy. Der italienische Tenor Andrea Carè legt in dieser Produktion sein Hausdebüt vor. Zu seinen von Corona durchkreuzten Plänen gehörten u.a. Cavaradossi in Puccinis Tosca und Don José in Bizets Carmen. Auch der russische Bariton Vladislav Sulimsky singt erstmals in Frankfurt. An seinem Stammhaus, dem Mariinski-Theater in St. Petersburg, trat er u.a. als Eugen Onegin auf. Mit Mazeppa bei den diesjährigen Osterfestspielen in Baden-Baden soll eine weitere Titelpartie Tschaikowskis zu seinen Plänen gehören. Das Ensemble der Oper Frankfurt wird von Kelsey Lauritano (Mezzosopran) und Mikołaj Trąbka (Bariton) komplettiert. Die Sänger:innen werden am Klavier begleitet von Solorepetitor Mariusz Kłubczuk und Kapellmeister Nikolai Petersen; das vom Band eingespielte Streichsextett setzt sich aus Mitgliedern des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters zusammen.

Die vorab im Opernhaus aufgezeichnete Produktion ist zudem auf Arte CONCERT abrufbar. Darüber hinaus plant auch der Hessische Rundfunk, den Abend in Ausschnitten sowie komplett zu übertragen.

Mitwirkende

Olesya Golovneva(Sänger/in)
Kelsey Lauritano(Sänger/in)
Andrea Carè(Sänger/in)
Vladislav Sulimsky(Sänger/in)
Mikołaj Trąbka(Sänger/in)
Mariusz Kłubczuk(Musiker/in)
Nikolai Petersen(Musikalische Leitung)
Herbert Murauer(Kostümbild)
Olaf Winter(Lichtdesign)
Andreas Heise(Choreografie)
Ruth Stofer(Videodesign)
Maximilian Enderle(Dramaturgie)

Spielzeiten

Freitag, 26. März 2021 (Premiere / Uraufführung)

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