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Hoffmanns Erzählungen

Uraufführung/Premiere am 25. September 2021
Hoffmann ist rastlos. Ein Dichter, Träumer, Trinker und Exzentriker, der sich in fantastische Welten träumt, die dominiert sind von Frauen: der seelenlosen Puppe Olympia, der todkranken Sängerin Antonia und der berechnenden Kurtisane Giulietta. Er lenkt ihre Geschichten und Geschicke, und doch will sich keine als die ersehnte ideale Geliebte erweisen.
© Kelling!

Der ungebrochene Erfolg von Offenbachs letzter Oper ist einerseits begründet auf der Genialität seiner Musik, die ein Kompendium seines kompositorischen Schaffens darstellt und alle Farben von der großen opernhaften Geste bis zur beißenden Ironie seiner Operéras bouffes präsentiert. Zum Durchbruch verhilft aber auch das Theaterstück, das Jules Barbier und Michel Carré aus den Geschichten E. T. A. Hoffmanns, dem Urvater des fantastischen Genres und der Schauerromantik, konzentrieren. Offenbach stirbt vor Vollendung der Partitur. Er hinterlässt mit einem Werk ohne endgültige Fassung einen Tummelplatz für eifrige Musikforschung und somit die Notwendigkeit, immer eine neue Form für «Les contes d’Hoffmann» zu finden.

Für die Regie zeichnet Johannes Pölzgutter verantwortlich, der sich mit dieser Inszenierung in Bremerhaven vorstellt. Was für E. T. A. Hoffmanns Werke so bezeichnend ist, findet auch in Pölzgutters Inszenierung Ausdruck, in der er Realität und Fantasie verschwimmen lässt. Dabei ist Hoffmann ganz für sich und kippt mehr und mehr selbst in die fantastischen Erzählungen. Es sind Einzelgeschichten, die entstehen, eine nach der anderen. Und jede Frau in diesen Erzählungen verkörpert einen Aspekt der Stella, dieses Faszinosums, Hoffmanns Inspiration. Begleitet wird Hoffmann von seiner Muse. Die Muse, das ist Kreativität. Ihr steht der Bösewicht gegenüber, der in verschiedenen Gestalten, jeweils zu den Aktenden hin, für Unheil sorgen wird. Diese beiden Kräfte wirken auf Hoffmann ein. «Es braucht aber auch solche Momente der Krise, damit irgendwann einmal etwas Kreatives zustande kommt.», so Pölzgutter.

Das ist für Generalmusikdirektor Marc Niemann auch die Quintessenz des Stückes, wie sie die Textpassage aus der Apothéose, dem Finale des Werks, beschreibt: «Des cendre de ton coeur réchauffe ton génie – aus der Asche Deines Herzens erhebt sich Dein Genie.»

«Die Partitur lässt sich keinem Genre typisch zuordnen», betont GMD Marc Niemann. Sie vereint in sich die leichtfüßige Eleganz und das Melos der opéra comique und verlangt andererseits vom Interpreten den geschickten Umgang mit den typischen doppelbödigen Couplets, deren flotte Tempi und rhythmische verve an die berühmten Operetten Offenbachs erinnern.

Das Wort Heimlichkeit ist für Ausstatter Julius Semmelmann, dessen grotesk gekleidete Puppen für die Inszenierung «Immer noch Loge» jüngst bei den Bayreuther Festspielen zu sehen waren, Ausgangspunkt gewesen: Heimlichkeit. Heim. Hoffmann zu Hause in Privatsituation. Und aus dieser Heimlichkeit, in der er sich befindet, entwickelt sich auf wunderbare schwarz-romantische Weise eine Unheimlichkeit.

Mitwirkende

Marc Niemann(Musikalische Leitung)
Markus Tatzig(Dramaturgie)
Mirko Roschkowski(Schauspieler/in)
Marian Pop(Schauspieler/in)
Ljuban Živanović(Schauspieler/in)
Ulrich Burdack(Schauspieler/in)
Marcin Hutek(Schauspieler/in)
Andrew Irwin(Schauspieler/in)
Victoria Kunze(Schauspieler/in)
Marie-Christine Haase(Schauspieler/in)
Signe Heiberg(Schauspieler/in)
Patrizia Häusermann(Schauspieler/in)
Lilian Giovanini(Schauspieler/in)
Brigitte Rickmann(Schauspieler/in)
MacKenzie Gallinger(Schauspieler/in)
Patrick Ruyters(Schauspieler/in)
Martin Berner(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 25. September 2021 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 03. Oktober 2021
Samstag, 09. Oktober 2021
Freitag, 15. Oktober 2021
Sonntag, 17. Oktober 2021
Donnerstag, 04. November 2021
Mittwoch, 01. Dezember 2021
Samstag, 04. Dezember 2021
Freitag, 10. Dezember 2021
Donnerstag, 30. Dezember 2021

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