Er kämpft um die Nächstenliebe der Dorfbewohner und fordert damit den Unmut des Priesters Grigoris heraus, der seine Macht im Dorf bedroht sieht. Er exkommuniziert Manolios und hetzt die Gemeinde gegen ihn auf. Eine hochexplosive Lage entsteht, die in eine Katastrophe mündet.
Bohuslav Martinůs griechische Passion ist schon vom Stoff her ein Werk der Stunde: eine zeitgenössische Volksoper, die ins Hier und Heute weist. Sie gemahnt daran, (christliche) Nächstenliebe nicht nur zu behaupten, sondern aktiv zu leben. Der Komponist wusste, wovon er sprach: Als junger Mann verließ er seine böhmische Heimat, um in Paris Musik zu studieren. Die wechselnden weltpolitischen Verhältnisse ließen ihn unter anderem nach Amerika und in die Schweiz emigrieren und machten eine Rückkehr in die von ihm so geliebte Heimat für immer unmöglich. Er war bis zu seinem Tod 1959 auf die Unterstützung von Freunden und Bekannten angewiesen.
Die griechische Passion gilt als Martinůs reifste Partitur. Für dieses aufwühlende Werk hat er eine Tonsprache entwickelt, die viele Gegensätze zu einem stimmigen Ganzen vereint: modern und archaisch, leidenschaftlich und lyrisch; zeitgenössisch – ja, aber nie verkopft.


