Gemeinsam mit seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte machte er sich aller Zensurgefahr zum Trotz daran, aus der Schauspielvorlage ein Werk für die Opernbühne zu schaffen. Das Ergebnis kennen wir: «Le nozze di Figaro» ist eine der inspiriertesten, brillantesten und tiefgründigsten Opern der Musikgeschichte. In Mozarts Figaro rumort eine Umbruchs-Energie, die die Verhältnisse zum Tanzen bringt. Vordergründig frönt die Partitur der Rasanz verwirrender Intrigen, verbindet sie aber mit gesellschaftskritischer Subversion und offenbart wie nebenbei musikalisch berührend ausgeleuchtete Seelenporträts der Protagonisten.
Ein Stoff von gestern ist das nicht. Das zu beweisen, tritt in unserer Neuproduktion der Regisseur Jan Philipp Gloger an, der in Schauspiel wie Oper gleichermaßen zu Hause ist. Gloger liebt es, die Stoffe auf ihre Gegenwarts-Tauglichkeit zu überprüfen und hat in seinen bisherigen Zürcher Regiearbeiten von Antonio Vivaldis «La verità in cimento» bis zu Emmerich Kálmáns «Csárdásfürstin» immer Lösungen gefunden, die die Stücke in einem ebenso überraschenden wie abgründigen Heute zu verorten. In Mozarts Figaro, der von übergriffigen Männern, selbstbewussten Frauen und dem allgegenwärtigen sexuellen Begehren handelt, sollte ihm das ebenfalls gelingen. Unterstützung bekommt Gloger von einem jungen Mozart-Solistensemble und dem der historisch informierten Aufführungspraxis stilistisch verbundenen Dirigenten Stefano Montanari.
Opera buffa in vier Akten, Libretto von Lorenzo Da Ponte.
In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 3 Std. 30 Min. inkl. Pause nach ca. 1 Std. 45 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.


