Eine vielversprechende, aber breit interpretierbare Weissagung führt den erfolgreichen schottischen Feldherrn Macbeth in Versuchung, dem Lauf des Schicksals nachzuhelfen. Seine Frau, Lady Macbeth, ehrgeizig und anstachelnd, ist der Überzeugung, dass Macbeth sich nicht mit den Ehrentiteln ›Than von Glamis‹ und ›Than von Cawdor‹ zufriedengeben, sondern direkt nach der Königswürde greifen sollte.
Einmal im Mechanismus von Drohungen, Gewalt und falschen Anschuldigungen gefangen, vermag Macbeth seinem eigenen System nicht mehr zu entkommen. Er braucht erneut eine Prognose für seine Zukunft als König und Kriegsherr, doch die immer kryptischer werdenden Weissagungen wiegen ihn in falscher Sicherheit. Wie auch sollte der Wald von Birnam auf die Burg Dunsinane zumarschieren?
Zum dritten Mal inszeniert Marcus Lobbes ein Shakespearestück. Das gefährliche Paralleluniversum von Raunen, Wirklichkeitsverzerrung, Möglichkeitsfantasien und Selbstermächtigung verbindet die Gedankenwelt von ›Macbeth‹ mit unserer Gegenwart.