Die Geschichte um einen im Niedergang begriffenen König und Kriegsherrn, dessen zwei so unterschiedliche Söhne dieselbe Frau lieben, die aber zugleich seine eigene Braut ist, inspirierte Mozart zu einer Musik, die gehobenes Pathos und starke Leidenschaften ebenso kennt wie tiefempfundene Emotionen. Er schöpfte aus der Tradition und zeigte sich doch bereits auf einer Höhe, die Kommendes mehr als nur ahnen ließ. Die Uraufführung Ende 1770 wurde zum Triumph für den jugendlichen Komponisten. Ein japanisches Inszenierungsteam um den Regisseur Satoshi Miyagi taucht Mozarts »Mitridate« in ein zauberhaftes Ambiente und lässt verschiedene Welten aufeinandertreffen.
Auf seiner ersten Italienreise erhielt der 14-jährige Wolfgang Amadeus Mozart den Auftrag, für das Teatro Regio Ducale in Mailand eine Opera seria zu schreiben. Ende 1770 kam Mitridate, re di Ponto dort auf die Bühne, ein großer Erfolg für den jungen Komponisten, der erstmals mit einem großen, ambitionierten Bühnenwerk auf sich aufmerksam machte. An der Staatsoper Unter den Linden, die auf eine lange Mozart-Tradition verweisen kann, wird das Werk nun zum ersten Mal gezeigt.
Text von Vittorio Amedeo Cigna-Santi nach Jean Racine


