Anders sieht es bei dem ehemaligen Holzfäller Paul Ackermann aus, der gegen dieses verlogene Paradies aufbegehrt. Als ein Hurrikan die Stadt zu vernichten droht, propagiert er ein neues Gesetz: Alles ist erlaubt! Am Ende bleiben eine verwüstete Stadt und zahlreiche Menschenopfer zurück, während die scheinheilige Dreifaltigkeit Begbick, Fatty und Moses weiterzieht an den nächsten Schauplatz, der vielleicht in Silicon Valley liegt.
Nach dem Welterfolg mit der „Dreigroschenoper“ peilten Kurt Weill und sein prominenter Textdichter Bertolt Brecht in „Mahagonny“, einem der großen Theaterskandale der Weimarer Republik, nichts Geringeres als die Oper der Zukunft an. Einerseits inspiriert von Jazz und moderner Tanzmusik, greift Weill aber auch auf klassische Vorbilder zurück und präsentiert ein mitreißendes musikalisches Panoptikum. In der Sicht des renommierten Filmregisseurs Jan Peter, der am MiR erstmals eine Oper inszeniert, treffen der subtile Horror des Heimatfilms auf die fortschrittsgläubige bundesrepublikanische Nachkriegsgesellschaft und entfesseln so eine „danse macabre“ von gesellschaftspolitischer Brisanz und hohem Unterhaltungswert.

