Theaterkompass.de Logo

Dalibor

Uraufführung/Premiere am 14. Oktober 2018
Die historische Begebenheit und der Heldenmythos eines Beschützers der Bauern inspirierten Bedřich Smetana und Josef Wenzig zu ihrer romantischen Oper, die den Drang der Tschechen nach Unabhängigkeit zum Ausdruck bringt. Smetana verwandelt den Funken der Freiheitsbewegung und die brutale Niederschlagung durch die Machthaber in eine ausdrucksstarke, leitmotivische Tonsprache.
© Bühnenbildmodell, Vittorio Greco

Laut einer alten böhmischen Legende wurde der Turm „Daliborka“ in der Goldenen Gasse in Prag nach seinem ersten Insassen benannt, der während seiner Gefangenschaft in diesem Gefängnis die Bewohner Prags mit dem dort erlernten Geigenspiel verzaubert haben soll. Ritter Dalibor von Kozojedy war zum Tode verurteilt worden, weil er Untergebene eines benachbarten Adligen in seine Dienste aufgenommen hatte. König Vladislav II. inhaftierte Dalibor, das Gericht beschlagnahmte seinen Grundbesitz und verhängte die Todesstrafe.

Smetana komponierte „Dalibor“ 1868 zur Grundsteinlegung des tschechischen Nationaltheaters zwei Jahre nach der Uraufführung seiner bekanntesten Oper „Die verkaufte Braut“. Zusammen mit Josef Wenzig nahm er sich den Freiraum diverser künstlerischer Überschreibungen, um dem Werk die erwünschte Wirkung in den tschechischen Unabhängigkeitsbestrebungen zu geben. Seit 1526 war das heutige Tschechien Teil des Herrschaftsgebiets der Habsburger, Deutsch war zweite Amtssprache und verdrängte das Tschechische immer weiter. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde die tschechische Kultur von Intellektuellen und Künstlern wiederentdeckt und -belebt. Daraus entsprang auch der Wunsch nach politischer Unabhängigkeit, der sich 1848 im Prager Pfingstaufstand Bahn brach, jedoch brutal niedergeschlagen wurde.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde durch Legendenbildung aus dem in den Chroniken als Raubritter dokumentierten Dalibor ein Freiheitskämpfer. Eine romantische Note erhält „Dalibor“ bei Smetana durch seine Motivation für den Mord an Miladas Bruder – dessen vorangegangener Mord an seinem Freund Zdenko, einem begnadeten Geigenspieler. Hier verarbeiten Smetana und Wenzig die Legende, Dalibor habe während seiner Gefangenschaft das Geige spielen erlernt und sich damit in die Herzen der Prager Bevölkerung gespielt. In der Oper wird daraus ein tragisches Moment, das für den ermordeten Freund steht, dessen Geist durch den Klang der Geige immer wieder vergegenwärtigt wird. „Dalibor“ charakterisieren die Autoren in ihrer Oper nicht nur als strahlenden, charismatischen Helden, sondern auch als Träumer, der in erster Linie seinem geliebten Freund nachtrauert.

In Szene setzt diese Mischung aus Ritter-Epos und tschechischem „Fidelio“ Regisseur Roland Schwab, der unter anderem erfolgreich an der Bayerischen Staatsoper München und an der Deutschen Oper Berlin inszeniert.

Oper von Bedřich Smetana | Libretto von Josef Wenzig & Ervín Špindler
Deutsche Übersetzung von Kurt Honolka
Musikalische Leitung Domonkos Héja
Inszenierung Roland Schwab
Bühnenbild Alfred Peter
Kostüme Renée Listerdal
Einstudierung der Chöre Carl Philipp Fromherz
Dramaturgie Sophie Walz

Mitwirkende

Domonkos Héja(Musikalische Leitung)
Alfred Peter(Bühnenbild)
Renée Listerdal(Kostümbild)
Sophie Walz(Dramaturgie)
Scott MacAllister(Schauspieler/in)
Wiard Witholt(Schauspieler/in)
Stanislav Sergeev(Schauspieler/in)
Roman Poboinyi(Schauspieler/in)
Sally du Randt(Schauspieler/in)
Jihyun Cecilia Lee(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Sonntag, 14. Oktober 2018 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 21. Oktober 2018
Dienstag, 23. Oktober 2018
Donnerstag, 01. November 2018
Sonntag, 18. November 2018
Sonntag, 16. Dezember 2018
Samstag, 29. Dezember 2018
Samstag, 05. Januar 2019
Freitag, 15. Februar 2019

Teile den Beitrag auf

Background image of the page