Jene Märchenaugen gehören der Fürstin Fedora Palinska, begehrteste Witwe von ganz Petersburg, die mit Vergnügen jeden Verehrer abblitzen lässt. Einer der Verschmähten, Prinz Sergius, spinnt daraufhin die gemeine Komödie, in der Mister X den vermeintlichen Prinzen Korossow gibt und das Interesse der Fürstin wecken soll. Tatsächlich verliebt sich Fedora in den Prinzen, hinter dem sich Mister X verbirgt, der jedoch auch nicht der verwegene Zirkusreiter ist, für den er sich ausgibt. Und so nehmen die Liebesirren und -wirren ihren Lauf.
Bewährte Komödienmuster, ein unkonventioneller Schauplatz und mitreißende Musik, die neben dem obligaten Walzer auch lokalkolorierte Klänge (Zirkus, Russland) und modernste Tanz-Rhythmen darbot, sorgten für einen weiteren Kassenschlager des ungarisch-jüdischen Komponisten Emmerich Kálmán, der einige Jahre später, nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, von den Bühnen und aus der Heimat vertrieben wurde. Doch erst einmal führte der Weg seiner Zirkusprinzessin, der mit Werken wie der Csárdásfürstin und Gräfin Mariza bereits weit geebnet war, bis nach New York und auf die Kinoleinwand.
Mit Inszenierungen unter anderem am Staatstheater Kassel und dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen konnte die junge Regisseurin Sonja Trebes bereits auf sich aufmerksam machen. Nun stellt sie sich erstmals in Osnabrück vor. Osnabrücks 1. Kapellmeister Daniel Inbal sorgt musikalisch für den nötigen Operetten-Schwung.
Text von Julius Brammer und Alfred Grünwald

