Mit Theater, Performances, Filmen und in Gesprächen erforschen Theatermacher*innen und Künstler*innen aus verschiedenen Ländern in radikal persönlichen Erzählungen die Spuren der Vergangenheit in den heutigen Wirren der Gewalt.
Das Festival findet parallel zum Campus statt, für den die Bundeszentrale für politische Bildung 400 Jugendliche aus der ganzen Welt nach Berlin eingeladen hat, um in Workshops zu den Folgen des Jahres 1918 gemeinsam zu arbeiten und so ein globales Erinnerungs- und Utopieforum zu entwerfen. Der Campus ist ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung mit Unterstützung des Maxim Gorki Theaters, gefördert vom Auswärtigen Amt.
Das künstlerische Programm ist eine Kooperation des Maxim Gorki Theaters und der Kulturstiftung des Bundes, unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Auswärtigen Amt. Weitere Förderer und Partner sind das Literarische Colloquium Berlin und die Robert Bosch Stiftung.
Open-Air-Eröffnung mit GRUNDGESETZ von Marta Górnicka. 50 Berliner*innen stehen auf der Bühne, wenn die große Open-Air-Produktion das Festival eröffnet. Sie unterziehen das Grundgesetz einem chorischen Stresstest. Regie führt die polnische Regisseurin Marta Górnicka, die für ihr neuartiges Chor-Konzept gefeiert wird.
Das französische Ensemble Le Birgit gastiert mit einem historischen Epos, das die Belagerung von Sarajevo 1992 und die Gründung der Europäischen Union thematisiert. Die Folgen des Bürgerkriegs in Jugoslawien beschäftigen Regisseur Oliver Frljić, der einen explizit humanistischen Diskurs über Liebe und Hass für das Theater führt.
Mit TEATRO DE GUERRA / THEATRE OF WAR kommt die argentinische Regisseurin Lola Arias ans Gorki und zeigt ihren preisgekrönten Film, der 2018 bei der Berlinale ausgezeichnet wurde. In einer Multimedia Lecture setzt die tansanische Künstlerin Kathleen Bomani der eurozentristischen Sicht auf den Ersten Weltkrieg eine andere Perspektive entgegen.
Der georgische Regisseur und Autor Data Tavadze wird international als Nachwuchsstar gefeiert. Für die Performance AFTER PARTY / AFTER LIFE hat er Interviews mit georgischen Kriegsveteranen geführt und daraus eine Erzählung über einen Kriegsheimkehrer und seinen Sohn destilliert.
Das Reenactment eines kulturell denkwürdigen Ereignisses inszenieren die Dokumentartheatermacher*innen Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura mit KULTUR VERTEIDIGEN. Sie befragen Originalreden berühmter Schriftsteller*innen, die 1935 ein antifaschistisches Bündnis gegen Gewalt, Krieg und Ausbeutung bildeten.
Choreograf und Performer Daniel Kok aus Singapur führt in RULES OF ENGAGEMENT ein spekulatives Militärseminar mit dem Publikum durch.
Im Programmpunkt ROJAVA werden drei Filmscreenings und Gespräche mit den Künstler*innen angeboten, die die Demokratische Föderation Rojava thematisieren.
Das internationale Theaternetzwerk Uninternational Affairs hat Theaterkünstler*innen eingeladen, gemeinsam eine multilokale Koproduktion zu entwickeln. In HAUNTED HOUSES sind die drei Stücke zu diesem Thema im Studio Я zu sehen. Neue Theatertexte sind auch im internationalen Dramatiker*innenlabor entstanden. Unter dem Titel KRIEG IM FRIEDEN präsentiert das Studio Я die Arbeiten der vier Autor*innen in szenischen Lesungen.
Das weitere Programm und die Diskursformate finden Sie unter gorki.de.

