Anders als die Musiktheater-Performance von Ted Gaier, Gintersdorfer/Klaßen, Benedikt von Peter und Markus Poschner „Les robots ne connaissent pas le blues oder Die Entführung aus dem Serail“ aus dem Jahr 2015 beschäftigt sich Riemenschneider nicht mit der Konfrontation zweier heterogener Kulturen. Er begibt sich gemeinsam mit den Sänger*innen und fünf Schauspieler*innen in einen inneren Orient und legt Mozarts subtile Menschen- und Beziehungsporträts frei, die sich unter der Oberfläche des Singspiels verbergen.
Die musikalische Leitung hat Hartmut Keil: Er war von 2002 – 2016 an der Oper Frankfurt engagiert und dirigierte da neben allen großen Mozart-Opern ein breites Repertoire. Von 2003 bis 2012 war er musikalischer Assistent und Studienleiter bei den Bayreuther Festspielen, seit der Spielzeit 2017/2018 ist er als Erster Kapellmeister am Theater Bremen engagiert und hatte die musikalische Leitung bei Puccinis „Il tabarro & Gianni Schicchi“, Dvořáks „Rusalka“ und Strawinskys „The Rake’s Progress“. Regie führt Alexander Riemenschneider, er studierte Germanistik, Musik- und Medienwissenschaften in Bonn und Regie an der Theaterakademie in Hamburg. Seit 2009 inszenierte er in Hamburg, Berlin, München, Bochum, Prag und Sibiu (Rumänien). Am Theater Bremen führte er u.a. Regie bei der Uraufführung „Aber sicher!“ von Elfriede Jelinek und erarbeitete gemeinsam mit der tschechischen Kafka Band die beiden Kafka-Abende „Das Schloss“ und „Amerika“. Nach „Hänsel und Gretel“ ist „Die Entführung aus dem Serail“ seine zweite Arbeit in der Sparte Musiktheater.
Die Entführung aus dem Serail
Deutsches Singspiel in drei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart. Text von Johann Gottlieb Stephanie dem Jüngeren nach Christoph Friedrich Bretzner
Uraufführung: 16. Juli 1782, Burgtheater Wien.

