Medea, die Heimatlose und Ausländerin im Exil, hat aus Liebe zu Jason bereits zur Mörderin geworden. Als ihr Mann sie wegen einer anderen verlässt, nimmt sie schreckliche Rache.
Ist ihr Handeln Ausdruck verzweifelter weiblicher Eifersucht oder entspringt es einem archaischen, traditionell „männlich-heroisch“ interpretierten Ehrbegriff? Euripides, der als der modernste und psychologischste der drei antiken Tragiker gilt, thematisiert die Kinder als Symbol für die Zukunft einer Gesellschaft – eine Zukunft, die Medea für ihren Mann Jason und den korinthischen König Kreon, nicht zuletzt aber auch für sich selbst, zerstört.