Theaterkompass.de Logo

Väter und Söhne

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 26. Januar 2018
Iwan Turgenjews Väter und Söhne bringt einen Roman auf die Bühne, der den Begriff des Nihilisten im 19. Jahrhundert eingeführt und geprägt hat. Die jungen Vertreter dieser Bewegung lehnen konventionelle Werte ab und provozieren damit Unverständnis und Entsetzen bei der Generation ihrer Väter.

Brian Friels Bühnenfassung von 1997 hebt die zeitlose Gültigkeit dieses Generationenkonflikts hervor.

Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist noch einmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Arkadij bringt seinen Kommilitonen und engsten Freund Jewgenij mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, den korrupten Staat und den Fortschritt.

Als Jewgenij einige Wochen später die junge Witwe Anna kennenlernt, gerät der zynischnüchterne Rationalist, der nicht an die Liebe glaubt, ganz unverhofft in ein Verwirrspiel der Gefühle. Nach einem Besuch bei seinen Eltern zieht es ihn aufs väterliche Landgut des Freundes zurück, doch bald zeigt sich, dass die Lebensansichten beider Nihilisten längst nicht mehr dieselben sind. Abschied ist angesagt – wie sich herausstellen wird, für immer.

Die Bühnenbearbeitung von Väter und Söhne ist ein lebenspralles Panorama voller Wildheit, Wehmut und Humor. Sie stellt die Ansichten unterschiedlicher Generationen gegenüber und lässt verschiedene Lebensentwürfe aufeinandertreffen. Die beiden jungen Nihilisten wollen die Gesellschaft verändern, ihre Väter sind Reformen zwar nicht gänzlich abgeneigt, jedoch unfähig diese auch umzusetzen.

Und dann sind da noch Anna und ihre Schwester Katja, zwei junge, unabhängige Frauen, die gemeinsam mit ihrer skurrilen Tante ein selbstbestimmtes, abgeschiedenes Leben führen. Turgenjew zeigt aber auch, wie schnell feste Vorstellungen vom eigenen Leben ins Wanken geraten können, sobald die Liebe mit ins Spiel kommt. Arkadijs Vater Nikolaj quält die Frage, ob seine Liebesbeziehung zu der jungen Fenitschka als für sein Alter und seinen Stand unangemessen angesehen werden könnte. Sein Bruder Pawel hat sich aufgrund einer unerfüllten Liebe in ein Leben voller Konventionen und Melancholie geflüchtet. Arkadij erkennt, dass er vielleicht doch nicht alle Werte der Vätergeneration ablehnt und sich ein Leben als Ehemann und Familienoberhaupt eigentlich sehr gut vorstellen kann. Und auch Jewgenij und Anna werden von der Liebe überrascht.

Jewgenij kämpft lange gegen sie an, muss allerdings, als er sich endlich seine Gefühle eingesteht und damit die eigenen Prinzipien über Bord wirft, erkennen, dass es Anna nicht gelingt ihn ebenfalls zu lieben.

Das Stück handelt von der Suche nach dem Grat zwischen Idealismus und Pragmatismus, zwischen Verändern und Bewahren, Lebensplan und Lebensrealität, und es fragt danach, wie man leben soll und was am Ende übrig bleibt.

Mitwirkende

Franziska Gebhardt(Kostümbild)
Vivan Bhatti(Komponist/in)
Anne Vogtmann(Dramaturgie)
Georg Böhm(Schauspieler/in)
Sebastian Graf(Schauspieler/in)
Anica Happich(Schauspieler/in)
Alrun Hofert(Schauspieler/in)
Christina Huckle(Schauspieler/in)
Stefan Imholz(Schauspieler/in)
Henriette Nagel(Schauspieler/in)
Carmen Priego(Schauspieler/in)
Jakob Walser(Schauspieler/in)
Thomas Wolff(Schauspieler/in)
Vincent zur Linden(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 26. Januar 2018 (Premiere / Uraufführung)
Dienstag, 30. Januar 2018
Mittwoch, 07. Februar 2018
Donnerstag, 08. Februar 2018
Samstag, 17. Februar 2018
Dienstag, 20. Februar 2018
Donnerstag, 22. Februar 2018
Sonntag, 25. Februar 2018
Freitag, 02. März 2018
Sonntag, 04. März 2018
Freitag, 09. März 2018
Donnerstag, 19. April 2018
Samstag, 26. Mai 2018
Dienstag, 19. Juni 2018
Sonntag, 01. Juli 2018

Teile den Beitrag auf

Background image of the page