Der ehrgeizige Komponist bangt um die Wirkung seines Werkes – und ist dem Nervenzusammenbruch nahe, als der Zeremonienmeister nun auch noch befiehlt, beide Werke gleichzeitig zur Aufführung zu bringen. Doch für Primadonnen-Allüren, Buffo-Scherze und Kunstdebatten hinter den Kulissen ist es nun zu spät: Die Oper beginnt und so wird Ariadnes wüste Insel, auf der sie sich der Todessehnsucht hingibt, da der geliebte Theseus sie verlassen hat, belebt von der Komödientruppe rund um Zerbinetta. Diese kann die Seelenqualen ihrer Geschlechtsgenossin nicht verstehen; vergeblich versucht sie, ihr die Süße eines wechselreichen Liebeslebens nahezubringen. Als schließlich Bacchus erscheint, in dem Ariadne den Todesboten zu erkennen meint, glaubt Zerbinetta ihr Credo erfüllt: »Kommt der neue Gott gegangen ...«
Mit dieser musikalischen Produktion verabschiedet sich Generalmusikdirektor Cornelius Meister nach sieben Jahren vom Heidelberger Publikum. Zu dessen erklärten musikalischen “Lieblingen” gehört Strauss’ Ariadne auf Naxos – “das liebste unter den gemeinsamen Kindern”, wie Strauss und Hofmannsthal übereinstimmend befanden –, und so wird C. Meister dem Heidelberger Publikum bei seiner letzten hiesigen Opernpremiere einen ganz besonderen unvergesslichen Theaterabend bescheren.
Regie führt der Schweizer Lorenzo Fioroni, der zuletzt große Erfolge mit der Inszenierung von “Le Grand Macabre” am Staatstheater Mainz feierte und darüber hinaus u.a. mehrfach an der Deutschen Oper Berlin, den Theatern Kassel und Osnabrück arbeitete. Seine Auseinandersetzung mit Ariadne auf Naxos stellt die Thematik der Situation des Theaters auf dem Theater heraus.
Diese Premiere ist die letzte vor dem großen Umzug ins Neue Haus in der Altstadt, das im Spätherbst 2012 feierlich eröffnet wird. Somit ist das nicht nur der Abschied von GMD Cornelius Meister sondern auch vom Opernzelt, das drei Jahre lang dem Theaterpublikum als Übergangsspielstätte diente.

