Was zunächst nur inneres Bild ist, wird nach außen gekehrt und etabliert sich im Raum als Vorgang. Dabei lässt der Synästhetiker Kandinsky, also einer, der Töne sehen und Farben hören kann, den Klang der Farbe und des Lichts, der zu Musik wird, gleichberechtigt neben den körperlichen Klang von Bewegung treten. Auf diese Weise macht er Wort und Klang, Bewegung und Tanz, Licht und Farben – also Hören und Sprechen, Sehen und Fühlen sowie das transzendierende Element – gleichwertig als theatralische Kunstaktion erlebbar.
Die gemeinsam mit der Stiftung Bauhaus Dessau konzipierte Reihe „staging the bauhaus“ findet ihre Fortsetzung. Arila Siegert, Regisseurin und Choreografin, brachte in Kooperation der Akademie der Künste Berlin mit dem Anhaltischen Theater Dessau und der Stiftung Bauhaus Dessau die Bühnenkomposition „Über die Mauer“ von Wassily Kandinsky zur Uraufführung. Für diese Produktion arbeitete sie wieder mit dem Team, mit dem sie die international beachtete Aufführung von „Violett“ inszenierte. Jetzt ist der Abend zweimal auf der Bauhausbühne zu erleben.


