Friedrich Dürrenmatt schrieb «Die Panne» 1956 zunächst als Erzählung, nach diversen Adaptationen folgte 1979 die Uraufführung der Bühnenfassung: Ein groteskes Abendessen, das nicht nur Schildkrötensuppe, Käse und Schlachtplatte, sondern auch eine Menge erlesener Weine zelebriert. Dieser Völlerei frönend, werden die alten Herren bei ihrem Spiel zu detektivischem Spürsinn animiert und feiern glucksend und singend jeden Hinweis auf ein vermeintliches Verbrechen. Traps, der Gast dieser Runde, bringt es auf den Punkt: «Der besondere Reiz dieses Spiels besteht darin, dass einem dabei unheimlich wird. Man fragt sich auf einmal, bin ich nun ein Verbrecher oder nicht? Ganz durcheinander kommt man, wie im Kino. Das ist das Spannende.»
Mit Friedrich Dürrenmatts Klassiker kehrt Theater Orchester Biel Solothurn – selbstverständlich unter sorgfältiger Einhaltung der vom BAG und den Kantonen erlassenen Verordnungen und Massnahmen – wieder zum regulären Theaterbetrieb zurück. Regisseurin Cilli Drexel inszeniert die bitterböse Komödie um einen nachgespielten Prozess, in welchem Fragen nach Schuld und Sühne bis zum tödlichen Ende verhandelt werden. Ihre Kunst, Komödien auf die Bühne zu bringen, hat die Regisseurin bereits 2019 mit «Wunschkinder» dem Solothurner und Bieler Publikum präsentiert.
Sämtliche Aufführungen von «Die Panne» werden mit Übertiteln in französischer Sprache gezeigt. Die Zugänglichkeit der Schauspielproduktionen für das französischsprachige Publikum von Theater Orchester Biel Solothurn gehört zu den besonderen Schwerpunkten der Spielzeit 2020/21.


