Dabei versucht Amneris, ihre Rivalin Aida rücksichtslos kaltzustellen und muss schließlich, in später Einsicht, feststellen, dass auch sie selbst einem gnadenlosen Machtkartell von Priestern und Kriegern ausgeliefert ist. Neben den monumentalen Staatsaktionen ritueller Strenge und der atmosphärischen Stimmungsmalerei von exotischem Zauber stehen die Szenen zarter Innerlichkeit und Entrücktheit der Romanze zwischen Radames und Aida. Wer Verdis Musik aufmerksam hört, weiß aber, dass es dem Komponisten nicht um musikalisierte Historie ging, sondern – wie in so vielen seiner Opern – um Kritik an einer menschenverachtenden Gesellschaft, diesmal eben in ägyptischem Gewande.
In der kommenden Spielzeit wird der 100. Geburtstag des Theatergebäudes gefeiert.

