Jerusalem. Eine ständig gefährdete Waffenruhe inmitten der Kreuzzüge. Alle Kriegsparteien erheben Anspruch auf die heiligen Stätten, leiten doch alle den Ursprung ihres jeweiligen Glaubens von hier ab. Aber es geht auch um Handfesteres: Handelswege, Geschäftsinteressen. Die Juden sind am längsten vor Ort, die Moslems gerade an der Macht, und die christlichen Kreuzfahrer unterhalten eine internationale Eingreiftruppe zur Befreiung der Region. Jeder versucht, sein Recht geltend zu machen, doch wer hat die besten Argumente?
Das Stück, ein Manifest für Vernunft und Humanität, endet trotzdem hoffnungsvoll mit der sinnbildlichen Umarmung der drei abrahamitischen Religionen. Aber können Liebe, Toleranz und Einsicht wirklich zwischen den Fronten vermitteln, oder ist das reine Utopie? In Anbetracht einer politischen Weltlage, in der der Kampf der Religionen sich immer weiter verschärft, ist Lessings Toleranzparabel immer noch hochaktuell.

